Neues Millionen-Loch beim HSV – Aufsichtsrat verhängt Ausgabenstopp

Rückschlag für den Hamburger SV und seinem neuen Sportdirektor Oliver Kreuz. Der Aufsichtsrat hat vorerst ein Transferstopp ausgesprochen, da ein neues Millionen-Loch droht.

„Das Nächste müssen Verkäufe sein“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Carl Edgar Jarchow. Bis zum Ende der Wechselfrist will man noch deutlich mehr als zehn Millionen Euro durch Transfers einnehmen. Keine leichte Aufgabe für den neuen Sportdirektor. Gilt es doch gleichzeitig einen wettbewerbsfähigen Kader für den Kampf, um die Europa League Plätze aufzustellen.

Schon bei der Verpflichtung des Innenverteidigers Johan Djourou (26) vom FC Arsenal London (auf Leihbasis für 800.000 Euro) soll es im Aufsichtsrat des Klubs finanzielle Bedenken gegeben haben. „Wir fahren voll gegen die Wand“, so eine Stimme aus dem Gremium. Die Krisensitzung soll bis 02.00 Uhr morgens gedauert haben.

Bei den Hanseaten zeichnet sich für das laufende Geschäftsjahr ein erneutes Minus in zweistelliger Millionenhöhe ab. Schon in den vergangenen beiden Jahren hatte der Klub jeweils kräftige Verluste eingefahren.

2010/11 lag das Minus bei rund 4,9 Millionen Euro, in der darauffolgenden Spielzeit 2011/12 bei 6,6 Millionen Euro. Nun soll der Gehalts-Etat von gut 48 Millionen Euro auf unter 40 Millionen gesenkt werden.

Dafür müssen endlich die HSV-Ladenhüter Marcus Berg, Gojko Kacar, Robert Tesche, Paul Scharner, Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic verkauft werden.

Eine äußerst schwierige Aufgabe für Kreuzer, weil die Spieler teils hochdotierte Verträge haben und bei anderen Klubs deutlich weniger verdienen würden. Deshalb ist auch die geplante Verpflichtung von Abwehrspieler Lasse Sobiech (Borussia Dortmund) gefährdet.

Was ist mit der Zehn-Millionen-Ablöse für Angreifer Heung-Min Son (wechselte zu Bayer Leverkusen) passiert? Angeblich strichen die Nordlichter nur 7,5 Millionen Euro ein. Der Rest geht an Sons Berater und den Südkoreaner. „Das war im Vertrag von 2010 so vereinbart“, so Jarchow.

Nicht genug der Hiobsbotschaften. Nun sagte auch noch Wunschstürmer Roque Santa Cruz (wäre ablösefrei zu haben gewesen) aus persönlichen Gründen ab. Wie soll der neue HSV-Sportdirektor bei diesen Voraussetzungen einen neuen Hochkaräter für den Angriff finden?

VFB Stuttgart: 8 Neue für Europa

Nach der enttäuschenden letzten Saison mit Platz 12, plant der VFB Stuttgart nun den Angriff auf die Europa League. Dabei helfen sollen die 8 Neuzugänge.

Durch die Teilnahme am DFB-Pokal-Finale – Sieger Bayern München spielt in der Champions League – ist der VFB auch in dieser Saison in der Europa League am Start. Trotzdem wollen die Stuttgarter in der neuen Saison mehr.

„Dass wir den Anspruch haben, um die europäischen Plätze zu spielen, ist ganz klar. Wir wollen wieder weiter vorne platziert sein“, so Sport-Vorstand Fredi Bobic.

Um die Ziel zu erreichen wurden immerhin 5 Profis mit Bundesliga-Erfahrung verpflichtet: Mohammed Abdellaoue, Konstantin Rausch (beide Hannover 96), Moritz Leitner (Borussia Dortmund), Sercan Sararer (SpVgg Greuther Fürth) und Daniel Schwaab (Bayer Leverkusen).

Dazu kommen die Ergänzungsspieler Thorsten Kirschbaum – als Ersatztorwart – (FC Energie Cottbus), Marco Rojas (Melbourne Victory) und Philipp Mwene (eigene Jugend).

Königstransfer der Schwaben ist ganz klar Mohammed Abdellaoue, der für 3,5 Millionen Euro von Ligakonkurrent Hannover 96 kommt. Mit Abdellaoue erhofft sich der DFB Pokal-Finalist mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Zu abhängig war man in der Vergangenheit von Top-Stürmer Vedad Ibisevic.

Trotz der bereits 8 Neuverpflichtungen sind noch weitere Veränderungen angedacht. „Es wird sich sicher noch das ein oder andere ergeben“, kündigte Bobic an. Als Abgänge werden weiterhin Cristian Molinaro und Tamas Hajnal gehandelt. Raphael Holzhauser wird möglicherweise an den FC Augsburg verliehen. Dagegen soll William Kvist nun offensichtlich doch beim VfB bleiben.

Der VFB will unter die ersten 6 und setzt dafür auf ein neues Team. Trainer Bruno Labbadia ist nach den ersten beiden Einheiten zufrieden: „Die Freude auf den Start ist noch größer, wenn du weißt, dass alle Aufgaben gut gelöst sind. Fast alle Neuen sind da – und das war unser Ziel.“

Brasilien holt den Confed Cup

Mit 3:0 hat Brasilien (mit Bayern-Star Gustavo in der Startelf) die Spanier im Finale des Confed Cups geschlagen. Ein überzeugender Auftritt der Brasilianer. Damit hat die Selecao die Generalprobe für die Heim-WM mit Bravur bestanden und sich in den Favoritenkreis eingereiht.

Bereits nach zwei Minuten konnte Stürmer-Star Fred von Fluminense Rio de Janeiro eine Unaufmerksamkeit der Spanier ausnutzen und im Liegen das 1:0 markieren. Die Fans im ehrwürdigen Maracana Stadion standen Kopf.

Die Spanier konnten gegen die robust auftretenden Brasilianer zu keinem Zeitpunkt ihr dominantes Tiki-Taka Spiel aufziehen. So war es nur eine Frage der Zeit bis die gut konternden Brasilianer auf 2:0 erhöhten. Kurz vor der Pause war es dann soweit, als Superstar Neymar – gerade zum FC Barcelona gewechselt – mit einem fulminanten Schuss das 2:0 erzielte.

Kurz nach der Pause dann die Entscheidung. Nach einem klugen Pass von Oscar schiebt Brasilien-Star Fred den Ball überlegt zum 3:0 ins lange Eck an Iker Casillas vorbei – nicht ganz unhaltbar.

In der 55. Spielminute hatten die Spanier die Chance zur Ergebnis-Kosmetik. Doch Real-Star Sergio Ramos schießt einen Foulelfmeter neben das Tor. Nach einer Notbremse sah Barca-Star Pique auch noch die Rotekarte. Damit nahm das Unglück seinen Lauf.

70.000 Fans feierten im Maracana Stadion von Rio de Janeiro die Gala ihrer Mannschaft. Für die Spanier – immerhin Nr. 1 der Weltrangliste – und ihren Trainer del Bosque war es die erste Pflichtspielniederlage seit dem 0:1 gegen die Schweiz bei der WM 2010.

Einen Titel konnten sich die Spanier dennoch sichern. Störmer-Star Fernando Torres vom FC Chelsea wurde mit 5 Treffern Torschützenkönig. Zwar traf auch der Brasilianer Fred fünfmal und verbuchte ebenso wie Torres eine Vorlage, allerdings brauchte Torres weniger Einsatzzeit für seine Treffer. Den goldenen Ball für den besten Spieler des Turniers sicherte sich Jung-Star Neymar.

Brasilien ist gerüstet für die WM im kommenden Jahr – vom 12. Juni bis 13. Juli ist die Welt zu Gast am Zuckerhut.