Eintracht Braunschweig: doch kein Rücktritt – Lieberknecht macht weiter

Der Aufsteiger aus Braunschweig hat einen klassischen Fehlstart hingelegt und steht abgeschlagen am Tabellenende. Das hat bei Trainer Torsten Lieberknecht Spuren hinterlassen. Der Trainer wirkt angeschlagen. Nach der 0:4 Pleite gegen den VFB Stuttgart deutete Lieberknecht schon seinen Rücktritt an. Doch nach einem Gespräch mit Manager Marc Arnold ist klar, der Trainer macht erst einmal weiter.

Laut Aussagen des Managers ist der Trainer nach der erneuten Enttäuschung einfach aufgewühlt: „Dass er sich hinterfragt, ist menschlich, aber ein Rücktrittsgedanke ist sehr weit hergeholt“, so Arnold. „Eine Nacht darüber zu schlafen tat gut und das Gespräch darüber auch“, meinte der Manager und stellte fest: „Es gibt nichts, was ich ihm vorwerfen kann.“

Nachdem Nachmittagstraining mit den Reservisten wirkte der ehrgeizige Coach immer noch sehr enttäuscht. „Ich grüble immer noch“, murmelte Lieberknecht, „über alles.“ Und übte Selbstkritik: „Ich mache mir den Vorwurf, bislang über 90 Minuten nicht die richtige Lösung für einen Sieg gefunden zu haben.“

Gleichzeitig stellte Lieberknecht klar, dass seine Aussagen vom Sonntag kein Rücktrittsangebot gewesen seien. Trotzdem wirkt der Trainer äußerst nachdenklich und deprimiert. Von Optimismus keine Spur. „Kann sein, dass der am Mittwoch oder Donnerstag wieder kommt. Kann auch sein, dass er gar nicht mehr kommt“, so Lieberknecht lakonisch.

Nach der Klatsche gegen den VFB hatte der 40-Jährige Lieberknecht mit brüchiger Stimme gesagt: „2008 habe ich den Verein übernommen, als er fast am Boden lag. Jetzt sind wir in der Bundesliga und ich versuche, Lösungen zu finden, aber viele Dinge, die ich versuche, fruchten nicht. Diese Niederlage ist schwer zu ertragen. Es ist schwer, jetzt Optimismus zu versprühen. So ein Rückschlag bringt mich zum Grübeln.“

Der Trainer stellte sich offensichtlich in Frage. Scheinbar plagten ihn auch Zweifel, ob die Verantwortlichen ihm noch das uneingeschränkte Vertrauen schenkten. „Es ist so, dass in solchen Phasen auch die Verantwortlichen ins Grübeln kommen.“ Nach dem Gespräch mit Arnold weiß der Trainer zumindest jetzt, dass die Verantwortlichen trotz  der Negativserie weiterhin hinter ihm stehen.

Bleibt zu hoffen, dass vor dem wichtigen Derby in Wolfsburg, ein bisschen Ruhe bei den Braunschweigern einkehrt.

Quo vadis Mainz 05? Erst Traumstart, dann Bruchlandung.

Mit vier Pflichtspielsiegen konnten die Mainzer in die Saison starten und legten einen wahren Traumstart hin. Nach nunmehr vier Pleiten in Serie sind die Überflieger vom Bruchweg wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

Trainer Thomas Tuchel, der beim blamablen Pokal-Aus gegen den 1. FC Köln mit hohem Fieber auf der Tribüne Platz nehmen musste,  vergleicht die Negativserie mit seiner Krankheit: „Das Bild bietet sich an: Wo wir uns die Grippe eingefangen haben, ist unklar“, so Tuchel: „Aber dass wir flachliegen und Probleme haben, auf die normale Temperatur zu kommen, ist offensichtlich.“

Nichts hatte nach dem erfolgreichen Saisonauftakt darauf hingedeutet, dass eine böse Negativserie folgen könnte. Der 40-Jährige dazu: „Wir sind wieder am Punkt null. Auf gut deutsch: Ich fordere von der Mannschaft, sich zu quälen.“ Die Kritik ist deutlich und gleichzeitig ernüchternd. Die Spieler hätten sich auf dem Erfolg ausgeruht und nicht mehr das letzte aus sich herausgeholt. Aber Tuchel sieht nicht nur die Mannschaft in der Pflicht sondern auch sich selbst.

Der Mainzer-Trainer ist nach wie vor von den Qualitäten seiner Truppe überzeugt: „Aber wir müssen den Arsch wieder hochkriegen“, so Tuchel dazu. Der Trainer selbst muss sich indes keinerlei Sorgen um seinen Posten machen. Manager Heidel stärkt Tuchel demonstrativ den Rücken. Der Verein vertraut auf Tuchel.

Heidel dazu: „Das Vertrauen in die handelnden Personen, insbesondere in unseren Trainer und sein Team, ist grenzenlos“, und weiter: „Ich bin auch zu 100 Prozent sicher, dass wir wieder in die Spur kommen.“

Wie das gelingen soll?  Heidel hat eine einfache Erklärung: „Wir müssen einfach nochmal die Reset-Taste drücken und in Berlin alles dafür tun, ein anderes Spiel abzuliefern.“ Helfen sollen dabei die wieder genesenen Heinz Müller (Stammtorwort) und Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger.

Keeper Müller schätzt die Situation wie folgt ein: „Jeder sollte sich selbst hinterfragen. Keiner darf den Kopf hängen lassen. Wir brauchen schon im Training positive Signale und Typen, die ihre Kollegen mitziehen. Klar ist, es geht nur gemeinsam.“

So einfach funktioniert das Krisenmanagement in Mainz. Kein Hauch von Nervosität und Hektik. Bleibt abzuwarten wohin die Reise in den kommenden Wochen für den FSV geht.

Lewandowski: Missverständnisse, Mails und kein Ende im Wechselstreit

Robert Lewandowski stand nach dem Pokalsieg gegen die Löwen noch in den Katakomben der Allianz Arena als er die Katze aus dem Sack ließ. Am 2. Januar 2014 „könne er den Wechsel zum FC Bayern verkünden“. Er könne „dann offiziell auch den neuen Vertrag unterschreiben“, so der Pole.

War es die Enttäuschung über die eigene Leistung, der nicht enden wollende Frust über den vorzeitigen Wechsel in diesem Sommer oder aber kühle Berechnung, was den Stürmer zu dieser Äußerung trieb?

Passend dazu hatte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc vor dem Spiel noch erklärt, dass zu Lewandowski „alles gesagt“ sei und der ab 30. Juni 2014 frei sei und machen könne, was er wolle.

Aufgrund der Querelen der letzten Monate ist in der Öffentlichkeit ein Bild von Lewandowski entstanden, welches ihn als launischen und geldgeilen Profi darstellt. Vielleicht muss diese öffentliche Meinung in naher Zukunft korrigiert werden.

Laut Spiegel liegen inzwischen mehrere E-Mails zwischen den verantwortlichen von Borussia Dortmund und Lewandowskis Beratern Cezary Kucharski und Maik Barthel sowie deren Anwalt Tom Eilers vor, die zumindest Fragen aufwerfen.

Aus diesen E-Mails soll hervorgehen, dass es im März diesen Jahres konkrete Gespräche über einen vorzeitigen Wechsel Lewandowskis gegeben hat und dem Stürmer durch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke signalisiert wurde, dass man ab einer Ablöse von 25 Millionen Euro über einen vorzeitigen Wechsel sprechen könne.

Zwei Tage später verfasste dem Spiegel zufolge Jurist Eilers, der auch BVB-Trainer Jürgen Klopp vertritt, folgende E-Mail an die Berater von Lewandowski.

„Wie besprochen habe ich Michael Zorc gebeten, die zwischen euch am Dienstag besprochene fixe Ablösesumme von 25 Millionen Euro und die Geltung der Beraterbeteiligung am Transfererlös wie vereinbart schriftlich zu bestätigen. Insoweit hat er mir gegenüber klargestellt und auch bestätigt, dass der BVB bereit ist, Robert im Sommer gehen zu lassen, wenn bis zum 15. Mai spätestens ein Transfervertrag zustande kommt […]. Er hat mir versichert, dass diese Zusage gilt, aber nicht schriftlich seitens des BVB bestätigt werden wird.“

Geschäftsführer Watzke hingegen stritt eine Einigung und nannte diese E-Mail ein Missverständnis: „Wir sehen ein, dass wir mit einer solchen Formulierung vielleicht Erwartungen geweckt haben. Das wird uns in Zukunft nicht mehr passieren.“

Mit dieser lapidaren Erklärung wurde Lewandowski abgespeist. Der Pole ließ daraufhin frustriert und enttäuscht verlauten „ich hatte ihr Wort“ und „ein Mann steht zu seinem Wort“.

Nun schießt Lewandowski weiterhin Tore für Borussia und geht seinem Job als Profi wie ein Profi nach. Lewandowskis professionelle Einstellung geht sogar soweit, dass er verständnisvoll sagt „Ich hätte mich vielleicht auch so verhalten. Wenn du gleichzeitig deinen Zehner und deinen Neuner (Mario Götze, Anm. d. Red.) verlierst, ist das schlecht.“

 

 

HSV verpflichtet van Marwijk – droht Ärger mit van der Vaart?

Der HSV ist ein absolutes Pulverfass. Überall im Umfeld des HSV herrscht Unruhe. Die Gremien sind zerstritten. Dazu erst ein Sieg aus sechs Bundesliga-Partien und jetzt kommt noch ein Nebenkriegsschauplatz dazu: Kapitän van der Vaart, der nicht gerade ein gutes Verhältnis zu van Marwijk pflegt.

Auf Hamburgs neuen Coach van Marwijk wartet eine Menge Arbeit. Deswegen stellte der Niederländer schon einmal vorsorglich fest: „Ich bin kein Zauberer.“

Noch bevor van Marwijk offiziell vorgestellt wurde, sorgte der Niederländer schon einmal selbst für zusätzliches Chaos bei den Hanseaten. Voller Enthusiasmus posaunte van Marwijk in den Medien aus, dass er neuer Coach beim HSV werden würde – allerdings ohne, dass die Hamburger diesen Wechsel überhaupt schon bestätigt hätten.

Van Marwijk hierzu: „Ich habe eine SMS von meinem Berater bekommen, dass alles klar geht. Das ist zunächst zwar nur eine mündliche Zusage, aber für mich bedeutet das, dass alles fix ist“, so der frühere Bondscoach am Sonntagabend.

Doch in trockenen Tüchern war der Wechsel noch längst nicht!

Es fehlte noch die Zustimmung des HSV-Aufsichtsrats. Und wer sich ein bisschen mit dem Umfeld der Hanseaten auskennt weiß, dass dies alles andere als ein Selbstgänger war.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Ertel dazu„ Wir müssen ja den finanziellen Rahmen abnicken, nicht die sportliche Entscheidung“, aber auch dieses Abnicken hatte es in sich. Immerhin hat der Klub in den letzten drei Jahren 20 Millionen Verlust eingefahren. Da ist van Marwijks-Gehalt von geschätzten 1,4 Mio. Euro alles andere als Kleingeld für den HSV. Damit würde van Marwijk noch mehr verdienen als sein glückloser Vorgänger Fink.

Aber nicht nur die Finanzen könnten zu einem Problem werden, sondern auch der Kapitän.

2012 scheiterte van Marwijk sang- und klanglos ohne Punkt und ohne Tor mit den Niederlanden bei der EM. Dabei kam sein autoritärer Stil bei den Spielern überhaupt nicht gut an. Schalkes Klaas-Jan Huntelaar begehrte offen auf und Hamburgs Kapitän und Regisseur van der Vaart spielte unter van Marwijk fast gar keine Rolle.

In der neuen Konstellation steckt also auf jeden Fall Konfliktpotenzial. Auch wenn van der Vaart selbst abschwächt. Aber der Kapitän hat momentan auch ganz andere Sorgen, denn die Kritik am Fan-Liebling wächst innerhalb des Vereins. Ertel hierzu: „Van Marwijk ist der richtige Mann, um den einen oder anderen Führungsspieler, der sich vielleicht im Moment sehr mit sich selbst beschäftigt als mit seiner Leistung, im Zweifel mal Bescheid zu stoßen“.

Schalke gegen Bayern oder Boateng gegen Boateng

Am Samstag steigt in Gelsenkirchen das Topspiel des 6. Spieltags und gleichzeitig ein brisantes Bruderduell. Auf der einen Seite Schalkes neuer Mittelfeldstar Kevin-Prince Boateng, auf der anderen Seite im Trikot der Münchner Verteidiger Jerome Boateng. Positionsbedingt werden die beiden wohl häufiger aufeinandertreffen, was für zusätzliche Würze sorgt.

„Am Samstag werden wir für 90 Minuten keine Brüder sein“, so Kevin-Prince bereits nach dem 3:0-Erfolg seiner Schalker gegen Steaua Bukarest in der Champions League. Markige Worte des ehrgeizigen Neu-Schalkers.

Die Antwort seines jüngeren Bruders Jeromes ließ nicht lange auf sich warten. „Ich versuche es ohne Umhauen, aber wenn es nicht anders geht, mache ich es“, kündigte der Bayern-Innenverteidiger an und fügte schmunzelnd hinzu: „Weglaufen wird er mir ja nicht.“

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden liegt bereits über drei Jahre zurück. In Südafrika, bei der Fußball Weltmeisterschaft 2010, besiegte die deutsche Auswahl mit Jerome Boateng Ghanas Black Stars mit Bruder Kevin-Prince. In der Bundesliga trafen die beiden auch schon einmal aufeinander und zwar 2009. Damals konnte Kevin-Prince mit dem BVB Jeromes HSV schlagen.

Mit Spannung fiebern die beiden dem dritten direkten Aufeinandertreffen beim Top-Spiel auf Schalke entgegen. Als „Riesensache für uns, dass wir auf so hohem Niveau gegeneinander spielen können“ bezeichnete Kevin-Prince die Partie. Ob Kevin-Prince Boateng und seine Schalker die drei Punkte am Samstag in Gelsenkirchen behalten können, bleibt abzuwarten. Geht man von den Spielen der vergangenen Saison aus, dürften die Gelsenkirchener eher pessimistisch in das Top-Spiel gehen.

Der letzte Pflichtspielsieg der Schalker gegen die Bajuwaren gelang 2011 im DFB Pokalhalbfinale. In der Bundesliga warten die Königsblauen gar seit 2010 auf einen Dreier. Seitdem hießen die Ergebnisse 1:4, 0:2, 0:2, 0:2 und 0:4. Nationaltorhüter Manuel Neuer musste seit seinem Wechsel zu den Münchnern in vier Partien gegen seinen Ex-Klub nicht einmal hinter sich greifen.

Das weiß auch Schalkes Sportvorstand Horst Heldt, wenn er sagt: „Wir haben gegen Bayern etwas gutzumachen“ und ergänzt: „Wir müssen uns etwas zutrauen!“ Bei seinem neuen Star Kevin-Prince Boateng trifft Heldt damit auf offene Ohren. Der neue Schalker Wortführer dazu: „Wir sind heiß auf Bayern, das ist doch klar.“ Jetzt müssen er und seinen neuen Mannschaftskollegen nur noch Taten folgen lassen.

Sammers Kritik berechtigt oder nicht?

Durch den souveränen Sieg der Bayern gegen ZSKA Moskau geht die Diskussion, um die kritischen Äußerungen von Sportvorstand Matthias Sammer in die nächste Runde. Aber war womöglich Sammers Kritik auch ein ausschlaggebender Punkt bei der makellosen Vorstellung der Münchner zum Auftakt der Champions League?

Nach dem Hannover-Spiel und vor dem wegweisenden ersten Champions League Spiel hatte Sammer eine Lethargie in der Mannschaft ausgemacht und zur Vorsicht ermahnt. Präsident Uli Hoeneß und auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sahen diese kritischen Worte als zu überzogen und falsch terminiert.

Der 3:0-Sieg des FC Bayern dürfte indes alle Beteiligten in ihrer Wahrnehmung bestätigen.

Der Kritiker Sammer konnte eine deutliche Leistungssteigerung der Mannschaft erkennen. Die Kritiker Sammers wiederum, durften den nächsten Sieg feiern.

Aber so einfach ist es nicht. Die Konfrontation im Bayern-Vorstand ist längt nicht abgehakt und die Nachwirkungen sind spürbar. Rummenigge bestellte Sammer zum Dreiergipfel mit Präsident Hoeneß. Außerdem musste Sammer zusehen, wie sein Chef ihn vor laufenden Kameras in die Schranken wies.

Auch die Spieler lehnten sich nach dem geglückten Champions League Auftakt gegen ihren Sportvorstand auf. „Man muss es auch nicht übertreiben“, bemerkte Arjen Robben, auf die Sammer-Kritik angesprochen. Und ergänzte: „Schau mal nach Europa, wie viele Top-Mannschaften da am Wochenende Punkte verloren haben.“ Die Bayern dagegen haben immerhin, wenn auch glanzlos, 3 Punkte gegen Hannover 96 eingefahren.

Selbst der sonst eher sehr diplomatische Philipp Lahm wehrte sich vehement gegen die Kritik: „Wenn du 60, 65 Spiele in der Saison hast, kann es nicht immer so aussehen wie heute, das muss uns auch bewusst sein“. Allerdings ergänze er: „Uns war klar, dass wir uns steigern müssen. Er ist der Vorstand, wenn er sich nicht äußern darf, wer dann?“ Sammers Kritik scheint also immerhin auch auf offene Ohren gestoßen zu sein. Und wer weiß wozu sie gut war …

In Dortmund lebt der Traum vom zweiten Finale in Folge

Die Borussia startet heute beim SSC Neapel in die Champions League. Besonders für Torwart Roman Weidenfeller sind die Spiele in der Königsklasse ganz besondere Highlights und seine ganz persönlichen Länderspiele.

Nach dem verloren Champions League Finale sind die Dortmunder heiß auf die neue Saison. „Wer einmal diese Atmosphäre eines Champions-League-Finales erleben durfte, der hat den Traum, dort noch einmal hinzukommen“, sagt Keeper Roman Weidenfeller.

Für den ehrgeizigen Keeper ist die Champions League seine Bühne. Die Bühne, die er so liebt. Er, der trotz Topleistungen nie zur Nationalelf berufen wurde und es vermutlich auch nicht mehr werden wird.

Weidenfeller freut sich auf den Hexenkessel von Neapel. Er hat nur ein Ziel. Seinen Kasten sauber halten. Wie in der vergangenen Saison als er sich im Auftaktspiel bei Manchester City ein Privatduell mit seinem Gegenüber Joe Hart lieferte. Damals absolute Weltklasse von beiden Keepern.

Seinerzeit parierte Weidenfeller einen Schuss nach dem anderen von Star-Stürmer Sergio Aguero. Heute trifft Weidenfeller auf einen weiteren Maradona Nachkommen. Gonzalo Higuain.

Higuain hat den Platz des abgewanderten Edinson Cavani in Neapel eingenommen und diesen längst vergessen lassen.

Kein Wunder. Hat der Argentinier doch eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. In 190 Ligaspielen für die Königlichen traf Higuain stolze 107mal. Eine absolute Topquote. Für seinen neuen Klub Neapel konnte Higuain auch bereits drei Treffer in drei Spielen erzielen.

Nicht nur Weidenfeller, sondern die komplette Defensive sollte sich auf ein heißes Duell mit Higuain einstellen. Dazu kommt, dass das Stadio San Paolo eine richtige Festung ist. Zuletzt verloren die Neapolitaner am 12. Dezember 2012 in der Liga ein Heimspiel. Seit 2008 haben die Italiener kein Champions League Heimspiel mehr verloren.

Weidenfeller hat daher auch großen Respekt vor dem heutigen Gegner. „Wir haben direkt zu Anfang den schwersten Gegner in der Gruppe“, betont der Torwart der Dortmunder Borussia.

Hamburger SV entlässt Trainer Thorsten Fink

Nach einer gut zweijährigen Berg- und Talfahrt haben die Verantwortlichen des HSV nun die Reißleine gezogen und ihren Trainer Thorsten Fink mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Fink war bereits der elfte HSV-Trainer in den vergangenen 10 Jahren.

Noch am Montagnachmittag betonte Sportdirektor Oliver Kreuzer, dass es derzeit keine Trainerdiskussion gibt. Doch vielsagend fügte er hinzu: „Was weiß ich, was morgen ist …?“

So lange haben die Verantwortlichen gar nicht mehr abgewartet. Noch am Montagabend wurde der Coach entlassen.  Aber die Trennung kommt nicht überraschend. Schon seit einiger Zeit standen die Vorzeichen auf Trennung und womöglich hat Fink selbst die Trennung bereits herbeigesehnt.

Fink bestätigte seinen Rauswurf bereits: „ Ich bin stolz, die zwei Jahre hier gewesen zu sein. Ich habe einen tollen Verein trainiert“. Und weiter: „Jetzt ist es noch früh genug, dass man die Ziele erreicht – auch mit einem anderen Trainer.“

Laut Medienberichten hat sich der gebürtige Dortmunder Fink zum Ablauf der vergangenen Saison durch seinen Berater Thomas Kroth bereits bei Schalke 04 und nach der Entlassung von Bruno Labbadia auch in Stuttgart angeboten.

Nicht erst seit dem 2:6 Debakel bei Borussia Dortmund stand Fink bei den Hamburgern  in der Kritik. Seit seiner Amts-Übernahme im Oktober 2011 wurde der Trainer immer wieder in Frage gestellt. Ständig ging es auf und ab und der Verein schlitterte von einer Krise in die nächste.

Fink konnte mit seinem Team nur 21 Siege in 64 Spielen einfahren. Von den letzten zehn Trainern konnte nur Michael Oenning eine noch schlechtere Quote aufweisen.

Aber nicht nur die Quote wurde Fink  zum Verhängnis. Insbesondere die katastrophale Defensivarbeit, die auch beim Debakel gegen Dortmund wieder offenkundig wurde, wurde bereits seit längerer Zeit von allen Seiten kritisiert. 15 Gegentore in den ersten 5 Bundesligaspielen brachten neben verschiedenen Querelen das Fass zum Überlaufen.

Aber auch neben dem Platz hatte er glücklose Coach immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Nationalspieler Dennis Aogo wurde in Folge eines privaten Mallorca Kurzurlaubs erstsuspendiert und dann an Schalke 04 abgegeben. Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne, beide aussortiert, wollte Fink gern begnadigen. Allerdings gegen den Willen von Sportdirektor Kreuzer, der sich am Ende durchsetzte.

Das i-Tüpfelchen auf die vielen Pleiten und Pannen setzte Fink dann auch noch als er nach der Niederlage gegen Dortmund, während seine Profis sich zum Auslaufen auf dem Trainingsplatz versammelten, zu seiner Familie nach München fuhr. Eine Entscheidung, die bei den Verantwortlichen nur noch für Unverständnis sorgte.

Als Favorit auf die Nachfolge von Fink gilt zurzeit der zuletzt in Hoffenheim entlassene Markus Babbel. Erste Gespräche soll es bereits gegeben haben.

Im Umfeld der Hamburger wird wild spekuliert. Auch Franco Foda, in Kaiserslautern entlassen und früher gemeinsam mit Kreuzer bei Sturm Graz, ist im Gespräch. Auch ein Engagement vom allseits herbeigesehnten Heilsbringer Felix Magath ist möglich. Und mit Holger Stanislawski wird sogar ein St. Pauli Urgestein gehandelt.

Wie sagte Kreuzer doch so schön: „Man kennt ja den Fußball. Man weiß nie, was morgen passiert.“

Dortmund-Boss Watze: „Aus einem neuen Stadion könnte man viel mehr rausholen!“

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke plant einen Ausbau der bereits sehr erfolgreichen Geschäfte. Auch die verbesserte Auslastung des größten Bundesliga-Stadions ist ein Thema. Die Südtribüne in Dortmund ist die größte Stehtribüne Europas.

Hans-Joachim Watzke: „Das Stadion ist so, wie es ist, und wir werden es auch nicht verändern.“ Doch dann legt Watzke nach: „Aber du kannst natürlich aus einem neuen Stadion viel mehr rausholen!“ Planen die Borussen etwa den Bau einer neuen Arena? Nein!

Watzke zur Situation: „Die 28 000 Stehplätze bei uns, die bleiben natürlich, weil sie unsere Kultur sind. Aber da kommt deshalb auch nicht so viel Geld raus.“

Als Beispiel nennt er die Arena in Hamburg an, die bei ausverkauftem Haus mit 57 000 Zuschauern eine höhere Einnahme garantiert, als ein ausverkauftes Stadion in Dortmund mit 80 000 Zuschauern.

Dazu kommen noch die Erträge aus den Logen. Beispiel München: in der Allianz-Arena gibt es 106 Logen. Watzke dazu: „Wir haben jede Menge Nachfragen, aber nur 22 Logen. Das hat auch bauliche Gründe. Wir haben keinen Mittelrang.“

Watzke weiß aber auch: Über das Stadion sind keine höheren Umsätze zu erwirtschaften. Daher will der BVB-Boss den Merchandising-Bereich weiter ausbauen. Watzke: „Da ist noch Luft nach oben!“

Sportlich läuft es bei den Borussen derzeit überaus erfolgreich. Die Dortmunder rauschen nur so durch die Bundesliga! Fünf Siege aus fünf Spielen – Spitzenreiter mit neuem Dortmunder Startrekord und blütenweißer Weste.

Vor knapp zehn Jahren standen die Westfalen noch vor dem finanziellen Kollaps. Inzwischen sind die Schwarz-Gelben längst zur zweiten Fußball-Macht neben dem FC Bayern München aufgestiegen.

Zwei Meisterschaften in den vergangenen drei Jahren, der DFB-Pokalsieg 2012, dazu das Champions-League-Finale 2013. Momentan ist der BVB schon wieder Spitzenreiter in der Bundesliga. Dazu stimmt es auch wirtschaftlich. Aktueller BVB-Umsatz: Stolze 305 Millionen Euro!

FIFA-Versicherung übernimmt nach Verletzung bei der Nationalmannschaft Schweglers Gehalt

Der Kapitän der Frankfurter Eintracht Pirmin Schwegler verletzte sich im Training bei der Schweizer Nationalmannschaft und zog sich einen schmerzhaften Innenbandriss zu. Das bedeutet für den Mittelfeldspieler eine lange Pause und für die Planungen von Eintracht-Coach Armin Veh einen herben Dämpfer.

Eine gute Nachricht gab es dennoch für die Hessen: die Verletzung bedeutet keinen finanziellen Schaden, denn das Gehalt für den verletzten Schwegler übernimmt eine Versicherung der FIFA.

Die von der FIFA abgeschlossene Versicherung übernimmt Schweglers Gehalt ab sofort, da sich Schwegler im Rahmen des Nationalteams verletzte und bei diesem Termin eine  FIFA-Abstellungspflicht bestand.

Früher gab es so eine Regelung nicht. Erst auf dem 62.FIFA-Kongress im Mai 2012 wurde eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Jährlich zahlt der Fußball-Weltverband rund 75 Millionen Dollar (57 Millionen Euro) an Versicherungsprämien, um derartige Fälle abzusichern.

Verletzt sich ein Spieler nun im Rahmen eines offiziellen FIFA-Länderspieltermins zahlt diese Versicherungen bis zu 27.000 Dollar (20.500 Euro) pro Tag und bis zu 9,7 Millionen Dollar (7,4 Millionen Euro) pro Jahr. Berechnungsgrundlage hierfür ist das jeweilige Grundgehalt eines Spielers.

In Schweglers Fall bedeutet dies, dass sein Grundgehalt von ca. 5.000 Euro am Tag komplett von der Versicherung abgedeckt wird. Hätte sich der Schweizer im Training seiner Eintracht verletzt, hätten die Hessen noch 6 Woche das Gehalt fortzahlen müssen, bis die Berufsgenossenschaft nach 6 Woche das Gehalt anteilig zahlt.

Unter dem Vorsitz von Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge hatte die European Club Association (ECA) jahrelang für eine solche Regelung gekämpft. Vorausgegangen war ein Streit zwischen dem FC Bayern und dem niederländischen Fußballverband nach einer Verletzung Arjen Robbens bei der Elftal.

Kurz vor besagtem FIFA-Kongress wurde der Streit zwischen den Bayern und dem niederländischen Fußballverband durch ein „Entschädigungsspiel“ beendet. Durch die getroffene Regelung bleibt den Frankfurtern jeglicher Zwist erspart.

Der verletzte Pirmin Schwegler wurde zwischenzeitlich erfolgreich operiert. „Wir sind sehr froh, dass die OP gut verlaufen ist und wünschen Pirmin einen schnellen Heilungsprozess, so dass er uns schnell wieder zur Verfügung steht“, so Eintrachts-Sportdirektor Bruno Hübner.