Schalke 04: Königstransfer wird zum Sorgenkind

Läuft es wie zuletzt bei Boateng nicht, läuft es bei der ganzen Mannschaft nicht. Und regelmäßig ziehen die Knappen dann auch gerade gegen die Topteams der Liga, den Kürzeren.

Schalkes Neuzugang Boateng ist einer, der immer nach vorn schaut. Daher wirft ihm sein verschossener Elfmeter im Revierderby gegen Borussia Dortmund auch nicht aus der Bahn.

„Ich habe schon viele Sachen durchgemacht. Das beschäftigt mich noch bis Sonntag, dann muss ich wieder nach vorne schauen“, so Boateng.

Allerdings sehen die Verantwortlichen die jüngste Entwicklung auf Schalke sehr kritisch. Nach der Verpflichtung des Mittelfeldstars konnten die Gelsenkirchener ordentlich Punkte sammeln und die Tendenz zeigte eine deutliche Aufwärtsbewegung. Zuletzt stagnierte die Entwicklung aber wieder.

Daher korrigierten sie jetzt auch kleinlaut die Saisonziele wieder nach unten. Vor der Saison wurde als Marschroute zumindest im Stillen das Ziel Meisterschaft ausgegeben. Davon ist schon lange keine Rede mehr. Denn die Niederlagen in der Champions League gegen Chelsea und in der Bundesliga gegen die Rivalen Dortmund und Bayern, haben einmal mehr gezeigt, dass die Schalker schnell an ihre Grenzen stoßen. In der Bundesliga liegt das Spitzentrio bereits elf bzw. zwölf Punkte vor den Gelsenkirchenern.

Die anfängliche Euphorie nach dem Boateng-Transfer ist längst verflogen und der Ernüchterung gewichen. Trainer Keller sitzt aber nach wie sicher im Stuhl.: „Wir werden ihm die nötige Zeit geben. Er sitzt weiterhin fest im Sattel“, sagte Präsident Tönnies.

Am Trainer wird auf Schalke also nicht gezweifelt, dafür werden die Zweifel an Boatengs Fitness immer lauter. Trainerlegende Ottmar Hitzfeld berichtete kürzlich von langwierigen Knieproblemen bei Boateng: „Man munkelt, dass er angeschlagen war, als er gekommen ist und jetzt nicht mehr trainieren kann.“

Wusste der AC Mailand um den Gesundheitsstand Boatengs und haben die Rossonerri Boateng nur deswegen so günstig abgegeben? Die Vermutung steht im Raum.

Boateng selbst dazu: „Es geht mir gut. Ich will auf jeden Fall in Berlin versuchen, 90 Minuten zu spielen. Ich bin immer noch nicht bei 100 Prozent, aber die kommende Trainingswoche wird mir sehr helfen.“